Freier Dienstnehmer
Definition
Der freie Dienstnehmer (freier Dienstvertrag nach § 4 Abs 4 ASVG) schuldet Arbeit auf Zeit, aber ohne die persönliche Abhängigkeit eines echten Dienstverhältnisses: keine festen Arbeitszeiten, kein Weisungsrecht im engen Sinn, eigene Arbeitsmittel möglich. Sozialversicherungsrechtlich ist er seit 2008 fast wie ein Angestellter gestellt: voll ASVG-pflichtig samt Arbeitslosenversicherung und betrieblicher Vorsorge, gedeckelt bei einer eigenen monatlichen Höchstbeitragsgrundlage von 8.085 € (2026).
Höchstbeitragsgrundlage nach Jahr
Monatlich, § 45 ASVG. Freie Dienstnehmer haben keine eigene Deckelung für Sonderzahlungen, deshalb liegt ihr Monatsdeckel über dem laufenden der Angestellten.
Die Regeln
- Lohnnebenkosten: fast dieselben wie bei einem Angestellten: Dienstgeber-Sozialversicherung 20,48 % samt Unfallversicherung, Kommunalsteuer, Dienstgeberbeitrag samt Zuschlag und betriebliche Vorsorge.
- Keine Wohnbauförderung: weder auf der Dienstnehmer- noch auf der Dienstgeberseite.
- Kein 13. und 14. Gehalt: freie Dienstnehmer fallen unter keinen Kollektivvertrag, und die Begünstigung des § 67 EStG gilt für sie nicht.
- Keine Lohnsteuer: der Auftraggeber behält nur die Sozialversicherung ein. Die Einkommensteuer zahlt der freie Dienstnehmer selbst über die Veranlagung, nach demselben Tarif (§ 33 EStG).
Beispiel: Brutto 4.230 €/Monat (Wien, 2026)
Das Honorar ist so hoch wie das mittlere Vollzeitgehalt 2026 (Prognose), zwölfmal im Jahr, weil es kein 13. und 14. gibt. Die Steuer ist eine Schätzung: der freie Dienstnehmer zahlt sie erst mit der Veranlagung.
Siehe auch
- Werkvertrag, echte Selbstständigkeit ohne Lohnnebenkosten, die schärfste Abgrenzung zum freien Dienstvertrag.
- Höchstbeitragsgrundlage, wie der Deckel für alle anderen gilt.
- Dienstvertrag, freier Dienstvertrag oder Werkvertrag, die drei Vertragsarten im Vergleich.
- •§ 4 Abs 4 und § 45 ASVG
- •§ 33 EStG 1988 (RIS)