Werkvertrag

Echte Selbstständigkeit ohne Lohnnebenkosten für den Auftraggeber, mit Kleinunternehmergrenze und dem Risiko der Scheinselbstständigkeit, Stand 2026.

Definition

Beim Werkvertrag (§ 1151 ABGB) schuldet der Auftragnehmer ein Werk, also ein konkretes Ergebnis, nicht die Arbeitskraft auf Zeit. Er arbeitet weisungsfrei, mit eigenen Mitteln und auf eigenes unternehmerisches Risiko. Damit ist er echt selbstständig und versichert sich selbst nach GSVG über die SVS, kein Teil des ASVG-Systems.

Was der Auftraggeber zahlt

Keine Lohnnebenkosten. Weil der Werkvertragnehmer nicht Dienstnehmer ist, fallen keine Dienstgeber-Sozialversicherung, keine Kommunalsteuer, kein Dienstgeberbeitrag und keine betriebliche Vorsorge an. Die Kosten des Auftraggebers sind schlicht das vereinbarte Honorar. Über der Kleinunternehmergrenze von 55.000 € Brutto-Jahresumsatz kommt 20,00 % Umsatzsteuer dazu (§ 10 Abs 1 UStG), die ein vorsteuerabzugsberechtigtes Unternehmen aber zurückholt, also keine echten Kosten.

Achtung: Scheinselbstständigkeit

Ein Werkvertrag auf dem Papier macht noch keine Selbstständigkeit. Prüft die Behörde, dass tatsächlich in persönlicher Abhängigkeit gearbeitet wurde (feste Zeiten, Weisungen, Eingliederung), wird das Verhältnis rückwirkend zum Dienstverhältnis umqualifiziert, mit Nachzahlung von Sozialversicherung (bis zu fünf Jahre, DN- und DG-Anteil), Lohnnebenkosten und Lohnsteuer samt Verzugszinsen. Der Kostenvorteil kehrt sich dann drastisch um.

Siehe auch

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  • § 1151 ABGB
  • § 2 Abs 1 GSVG
  • § 6 Abs 1 Z 27 und § 10 Abs 1 UStG 1994 (RIS)