Jubiläumsgeld

Wie Jubiläumsgeld versteuert wird, warum oft der volle Tarif gilt, was der Arbeitgeber zahlt und wann ein Jubiläumsgeschenk frei bleibt, Stand 2026.

Definition

Jubiläumsgeld ist Geld, das der Arbeitgeber zu einem Dienstjubiläum zahlt, etwa nach 25 Jahren im Betrieb. Einen gesetzlichen Anspruch gibt es nicht; ob und wie viel, regeln Kollektivvertrag, Betriebsvereinbarung oder Dienstvertrag, meist gestaffelt nach Dienstjahren und in Monatsgehältern bemessen. Steuerlich ist es ein sonstiger Bezug (§ 67 Abs 1 und 2 EStG): begünstigt mit 6,00 %, aber nur, soweit im Jahressechstel noch Platz ist. In der Sozialversicherung zählt es als Sonderzahlung (17,07 %), und der Arbeitgeber zahlt darauf DB, DZ und Kommunalsteuer. Frei bleibt nur ein Sachgeschenk zum Jubiläum, bis 186 € im Jahr.

Warum oft der volle Tarif gilt

Das Jahressechstel ist ein Sechstel der laufenden Bezüge des Jahres, bei gleichem Gehalt also genau zwei Monatsgehälter. Urlaubs- und Weihnachtsgeld sind zusammen ebenfalls zwei Monatsgehälter und füllen es damit ganz aus. Ein Jubiläumsgeld im selben Jahr liegt dann über dem Sechstel und wird wie laufender Lohn nach dem Tarif versteuert (§ 67 Abs 2 und 10 EStG), nicht mit 6,00 %. Wird es vor dem 13. Gehalt ausgezahlt, nimmt es zwar zuerst den begünstigten Platz, dafür rutscht später ein Teil des 14. darüber. Der Freibetrag von 620 € gilt einmal im Jahr für alle sonstigen Bezüge zusammen.

Beispiel: ein Monatsgehalt Jubiläumsgeld (Wien, 2026)

Brutto ist das mittlere Vollzeitgehalt 2026 (Prognose), 4.230 € im Monat, 14-mal. Dazu kommt ein Monatsgehalt Jubiläumsgeld, einmal im März, einmal im Dezember. Die Tabelle zeigt, was es im Jahr zusätzlich bringt und kostet.

Ausgezahlt
Brutto
SV
Lohnsteuer
Netto mehr im Jahr
Kostet den Arbeitgeber
Im März
4.230,00 €
722,06 €
1.403,18 €
2.104,76 €
5.459,66 €
Im Dezember
4.230,00 €
722,06 €
1.403,18 €
2.104,76 €
5.459,66 €

Der Zeitpunkt ändert am Jahr nichts: die Lohnsteuer auf das Jubiläumsgeld liegt bei 40,00 % von dem, was nach der SV bleibt, statt 6,00 % innerhalb des Jahressechstels.

Häufige Fragen

Als sonstiger Bezug nach § 67 Abs 1 und 2 EStG: mit 6,00 %, soweit es ins Jahressechstel passt, darüber nach dem Tarif wie laufender Lohn. Weil Urlaubs- und Weihnachtsgeld das Sechstel bei gleichem Gehalt schon füllen, gilt für das Jubiläumsgeld meist der Tarif. Im Beispiel oben sind das 40,00 % Lohnsteuer auf den Betrag nach SV.
Ja. Es wird als Sonderzahlung abgerechnet, mit 17,07 % Dienstnehmeranteil. Für alle Sonderzahlungen eines Jahres zusammen, also 13., 14. und Jubiläumsgeld, gilt die Höchstbeitragsgrundlage von 13.860 € (2026).
Nicht aus dem Gesetz. Viele Kollektivverträge sehen es vor, meist nach Dienstjahren gestaffelt und in Monatsgehältern bemessen; sonst kann es eine Betriebsvereinbarung oder der Dienstvertrag regeln. Steht es im KV, muss der Arbeitgeber zahlen; zahlt er freiwillig, ist es steuerlich genauso zu behandeln.
Nur als Sachgeschenk, etwa eine Uhr oder ein Gutschein, der nicht in Geld eingelöst werden kann: bis 186 € im Jahr frei von Lohnsteuer, SV und Lohnnebenkosten, bei einem Dienstjubiläum ab 10 Jahren oder einem Firmenjubiläum. Geld ist immer Jubiläumsgeld und voll pflichtig.
Den Betrag plus Dienstgeberanteil zur SV, Dienstgeberbeitrag (DB), Zuschlag zum DB (DZ) und Kommunalsteuer. Im Beispiel kostet ein Monatsgehalt von 4.230,00 € den Arbeitgeber 5.459,66 €.

Siehe auch

Selbst nachrechnen

Rechner
Beispiel 2026
Beispiel 2027
Verlauf seit 2018
Brutto-Netto-RechnerAngestellte, Arbeiter, Lehrlinge
4.230 € brutto im Monat+1,99 %2.831,50 €netto im Monat
4.353 € brutto im Monat+2,74 %2.908,95 €netto im Monat
Lohnkosten-RechnerArbeitgeber, HR, Lohnverrechnung
4.230 € brutto im Monat+2,59 %5.491,39 €Kosten im Monat
4.353 € brutto im Monat+2,89 %5.650,19 €Kosten im Monat
  • WKO „Jubiläumsgelder, Jubiläumsgeschenke, Sachzuwendungen anlässlich Betriebszugehörigkeitsjubiläen oder Firmenbestandsjubiläen“ (Stand 1.1.2026)
  • § 67 Abs 1, 2 und 10 EStG
  • § 3 Abs 1 Z 14 EStG
  • § 49 Abs 2 ASVG
  • § 41 FLAG, § 122 WKG, § 5 KommStG