Sonderbezüge (13. & 14. Gehalt)
Definition
Sonderbezüge sind Zahlungen neben dem laufenden Monatsgehalt, in Österreich vor allem das 13. (Urlaubsgeld) und das 14. (Weihnachtsgeld). Nach § 67 EStG gilt für sie eine eigene Staffel statt des progressiven Tarifs, beginnend mit 6,00 %, und ein jährlicher Freibetrag von 620 €. Die SV beträgt nur 17,07 % (KV + PV + AV, kein AK, kein WBF) und ist mit 2 × HBG/Monat = 13.860 € im Jahr (2026) gedeckelt, über beide Bezüge zusammen.
§ 67-Staffel nach Jahr
Die Grenzen gelten für die Bemessungsgrundlage nach Abzug von SV und Freibetrag; darüber wird nach dem Tarif besteuert. 2027: Stand heute.
Beispiel: Brutto 6.980 €/Monat (Wien, 2026)
Das Brutto liegt hier mit Absicht 50 € über der Höchstbeitragsgrundlage, damit der SV-Deckel sichtbar wird; das mittlere Vollzeitgehalt 2026 (4.230 €, Prognose) liegt deutlich darunter. Pro Sonderbezug wird zuerst die SV abgezogen. Beim 13. ist das die volle SV auf 6.980 €, also 1.191,49 €. Beim 14. greift der Jahresdeckel: 13.860 € − 6.980 € = 6.880 € sind noch SV-pflichtig, der Rest (100 €) bleibt SV-frei. Dann kommt der Freibetrag von 620 € (einmal im Jahr, hier beim 13.) und die Staffel mit 6,00 % bis 24.380 €. Lohnsteuer 310,11 € beim 13. und 348,34 € beim 14.; netto bleiben 5.478,40 € und 5.457,24 €.
Siehe auch
- Höchstbeitragsgrundlage (HBG), der SV-Deckel, der beim 14. greifen kann.
- Laufende und sonstige Bezüge, was als laufender und was als sonstiger Bezug gilt.
- Einkommensteuertarif (§ 33), der Tarif für alles über der Staffel.
Selbst nachrechnen
- •§ 67 Abs 1 und 2 EStG 1988 (RIS)
- •§ 45 und § 54 ASVG (RIS)