Neugründungsförderung
Definition
Die Neugründungsförderung nach dem Neugründungs-Förderungsgesetz (NeuFöG, §§ 1 bis 6) entlastet, wer einen Betrieb neu gründet: Bestimmte Gebühren, Abgaben und Lohnnebenkosten fallen weg. Meist mitgemeint ist eine zweite Regel aus dem GSVG: In den ersten beiden Kalenderjahren ist die Krankenversicherung bei der SVS auf der Mindestbeitragsgrundlage fixiert (§ 25a Abs 4 GSVG), 2026 sind das 449,76 € im Jahr. Das gilt nur für Pflichtversicherte nach § 2 Abs 1 Z 1 bis 3 GSVG (Kammermitglieder, Gesellschafter von OG und KG, GmbH-Gesellschafter-Geschäftsführer), nicht für Neue Selbständige (Z 4), und nur, wenn in den letzten 120 Kalendermonaten keine Pflichtversicherung nach dem GSVG bestand.
Wirkung auf die SVS-Beiträge
In den ersten beiden Kalenderjahren gilt die Mindestbeitragsgrundlage in der Krankenversicherung als vorläufige und endgültige Grundlage; sie wird nicht nachbemessen, auch wenn der Gewinn höher ausfällt. Voraussetzung: In den letzten 120 Kalendermonaten bestand keine Pensions- oder Krankenversicherung nach dem GSVG. Die Selbständigenvorsorge folgt ebenfalls der Mindestgrundlage, 2026 101,16 € im Jahr.
Pensionsversicherung und Unfallversicherung bleiben unberührt. Die Pensionsbeiträge werden also weiterhin auf den tatsächlichen Gewinn nachbemessen. Das ist der häufigste Irrtum: die Förderung deckelt nicht alle Beiträge.
Weitere Befreiungen
Das NeuFöG befreit außerdem von Stempelgebühren und Bundesverwaltungsabgaben für Schriften und Amtshandlungen rund um die Gründung, von Gerichtsgebühren für Firmenbucheintragungen und von der Grunderwerbsteuer für eingebrachte Grundstücke bis zu einem Freibetrag. Werden im ersten Jahr Dienstnehmer beschäftigt, entfallen für zwölf Monate bestimmte Lohnnebenkosten, unter anderem der Dienstgeberbeitrag.
Voraussetzungen und Antrag
Gefördert wird nur eine echte Neugründung: Es muss eine bisher nicht vorhandene betriebliche Struktur geschaffen werden, und die den Betrieb beherrschende Person darf sich in den letzten fünf Jahren nicht in vergleichbarer Art betrieblich betätigt haben. Eine Übernahme oder bloße Umgründung zählt nicht.
Die Erklärung wird über das Formular NeuFö 1 abgegeben, in der Regel bei der Wirtschaftskammer, und muss vor der jeweiligen Amtshandlung vorliegen. Der Rahmenzeitraum umfasst den Monat der Gründung und die folgenden 35 Kalendermonate.
- Im Rechner: Im SVS- und Steuer-Rechner stellst du das Gründungsjahr unter „Bearbeiten“ ein. Die Kranken- und Selbständigenvorsorgebeiträge werden dann für Jahr 1 und 2 fixiert, Pension und Unfall laufen normal weiter.
Siehe auch
- SVS-Beitragsgrundlage, Mindestgrundlage, vorläufige Beiträge und Nachbemessung.
- Neue Selbstständige, wer ohne Gewerbeschein bei der SVS versichert ist.
- Dienstgeberbeitrag, eine der Lohnnebenkosten, die im ersten Jahr entfallen können.
- •§§ 1 bis 6 NeuFöG
- •§ 25a Abs 4 GSVG (RIS)