Einkommensteuertarif 2026 (§ 33 EStG)
Definition
Der Einkommensteuertarif nach § 33 EStG ist die progressive Tarifformel für das Einkommen. Jeder Euro fällt in eine Tarifstufe und wird mit dem zugehörigen Grenzsteuersatz besteuert, kein einziger Euro wird mit dem Höchstsatz auf das gesamte Einkommen besteuert. Sieben Stufen von 0,00 % bis 55,00 %. Die fünf Grenzbeträge unter 1.000.000 € werden jährlich an die Inflation angepasst (§ 33a EStG): zwei Drittel automatisch per Inflationsanpassungsverordnung, über das letzte Drittel entscheidet die Bundesregierung. Die Grenze von 1.000.000 € ist seit 2016 unverändert.
Tarifverlauf 2026
Der Grenzsteuersatz gilt nur für den Einkommensteil in der jeweiligen Stufe, nicht für das gesamte Einkommen. Die Achse zeigt Brutto pro Monat; die Tabelle unten zeigt die Stufen im Jahreseinkommen, wie sie im Gesetz stehen.
Tarifstufen nach Jahr
Werte zeigen das obere Ende der jeweiligen Stufe im Jahreseinkommen, 2026 hervorgehoben. Die Grenze von 1.000.000 € ist seit 2016 unverändert.
Stufen-Verschiebung je Jahr
Wie stark die Tarifgrenzen tatsächlich angehoben wurden, direkt aus den hinterlegten Stufen der jeweiligen Jahre errechnet (Ø über die indexierten Stufen; die fixe Grenze von 1.000.000 € bleibt unberücksichtigt). Das spiegelt die real angewendete Inflationsanpassung wider, der Mechanismus dahinter ist unten erklärt.
Wie die Inflationsanpassung funktioniert
Seit 2023 gilt die Abgeltung der kalten Progression (§ 33a EStG): Die fünf Grenzbeträge unter 1.000.000 € werden jährlich angepasst. Maßgeblich ist die durchschnittliche Inflation von Juli des Vorjahres bis Juni. Zwei Drittel davon wirken automatisch, der Finanzminister macht die Beträge bis 31. August per Verordnung kund; über das letzte Drittel entscheidet die Bundesregierung, es kann auch anders verteilt werden (etwa zur Verstärkung niedriger Stufen). Von 2025 auf 2026 wurden die indexierten Grenzen so um durchschnittlich 1,73 % angehoben, die Grenze von 1.000.000 € blieb unverändert.
Tarifänderungen: Hintergrund
- 2020: Grenzsteuersatz 25,00 % auf 20,00 %.
- 2022: Grenzsteuersatz 35,00 % auf 32,50 %.
- 2023: Grenzsteuersatz 32,50 % auf 30,00 % und 42,00 % auf 41,00 %.
- 2024: Grenzsteuersatz 41,00 % auf 40,00 %.
- Für Einkommensteile über 1.000.000 € beträgt der Steuersatz laut § 33 Abs 1 EStG in den Kalenderjahren 2016 bis 2029 55,00 %; danach gilt nach heutiger Rechtslage der Satz der Stufe darunter.
- Die Grenze von 1.000.000 € selbst ist nicht inflationsangepasst, als einzige Grenze des Tarifs. Real sinkt sie damit jedes Jahr.
Hinweis: Grundfall vs. Sonderfälle
Diese Seite beschreibt den Grundfall der Tarifsteuer. In bestimmten Konstellationen wird die Berechnung modifiziert: Hälftesteuersatz (§ 37 EStG) für außerordentliche Einkünfte, Progressionsvorbehalt bei vorübergehendem Arbeitslosengeld-Bezug, eigene Tarif-Anwendung bei ausländischen Einkünften mit Doppelbesteuerungsabkommen. Die Tarifsteuer wird zusätzlich um die zustehenden Absetzbeträge gekürzt (Familienbonus, Verkehrsabsetzbetrag, AVAB/AEAB usw.), der Brutto-Netto-Rechner modelliert das vollständig.
Beispiel: Einkommen 40.000 €, 2002 bis 2026
Ein rundes steuerpflichtiges Jahreseinkommen statt eines Bruttogehalts, weil § 33 auf das Einkommen abstellt; gerechnet mit dem Tarif jedes Jahres. Gezeigt werden nur die Jahre, in denen sich der Tarif geändert hat: ein Jahr, das seinen Vorgänger unverändert übernimmt, hat in dieser Tabelle nichts zu sagen. Die Differenz zwischen zwei Spalten ist genau das, was die jeweilige Reform oder Inflationsanpassung bewirkt hat.
Bei 40.000 € sinkt die Tarifsteuer 2026 um 5.281,40 € gegenüber 2002, etwa 13,2 % niedrigere effektive Belastung. Der Grenzsteuersatz auf den nächsten Euro lag 2002 bei 41,00 % und liegt heute bei 40,00 %.
Siehe auch
- Sonderbezüge (13. und 14.), eigener § 67-Tarif (6,00 / 27,00 / 35,75 %) statt des progressiven Tarifs.
- Familienbonus Plus, der wichtigste Absetzbetrag, direkt vom Tarifergebnis abgezogen.
- Negativsteuer, was unter der ersten Tarifstufe zurückkommen kann.
Selbst nachrechnen
- •§ 33 Abs 1 und 1a und § 33a EStG 1988 (RIS)
- •§ 33a idF BGBl. I Nr. 163/2022 (ab 28.10.2022)
- •Inflationsanpassungsverordnungen BGBl. II Nr. 251/2023 (ab 1.1.2024), BGBl. I Nr. 153/2023 (PrAG 2024) (ab 1.1.2024), BGBl. II Nr. 232/2024 (ab 1.1.2025), BGBl. I Nr. 144/2024 (PrAG 2025) (ab 1.1.2025), BGBl. II Nr. 191/2025 (ab 1.1.2026), BGBl. II Nr. 260/2026 (ab 1.1.2027)